Gier frisst Hirn

Der Spruch ist toll und leider zu wahr.
Die Gier ist ein großes Problem für Trader.

Man will halt immer mehr, an sich nicht verkehrt, nur so kommt man auch voran im Leben. Der Nachteil, man ist auch immer ein Stück-weit unzufrieden. Aber es treibt einen wenigstens voran. Wenn das Verlangen nach mehr zur Gier wird, geht das aber selten gut. Im Alltag wirst du vermutlich seltener zum Gierhals werden. Im Trading begegnet einem diese Charakterschwäche aber regelmäßig.

Das bringt das Medium einfach mit sich, wo sonst könnte man theoretisch 10000 EUR am Tag verdienen, ohne schon Millionenschwer zu sein? Oder meinetwegen 1000 EUR? Merkst du wie es dich schon juckt, nur wenn du das hier liest 1000 EUR am Tag, das sind ja 20000 im Monat, das von zu Hause aus, im warmen, am Computer, ohne Chef …. ? du bist gerade auf dem besten Weg zum Gierhals. Keine Sorge auch das ist durchaus menschlich, nicht nur mich erwischt es regelmäßig. Wenn man diesen Fehler oft genug durchgemacht hat, wird man es schneller erkennen und hoffentlich Gegenmaßnahmen einleiten.

Was passiert genau, wenn die Gier auftaucht?

Im Prinzip ist es immer dasselbe man tradet einige Tage hintereinander und es läuft Bombe. Die Gewinne sprudeln und das Selbstvertrauen ist auf dem Höhepunkt, yeahh ich kann es, mein Setup ist narrensicher. Warum jetzt mit 5 Kontrakten weiter handeln, man könnte ja vorsichtig verdoppeln und Zack die nächste Position mit 10 Kontrakten ist im Markt.

Super es läuft.

Punkte-mäßig läuft der DAX-CFD wie immer, das Konto wächst aber schneller an, also beim nächsten Trade noch mal eine Schippe rauf gelegt, 15 Kontrakte, ach was soll’s machen wir es glatt 20 Kontrakte und gut ist. Die Geschichte könnte ich so weiter schreiben, das interessante, man selber merkt vielleicht, was falsch läuft, reagiert aber nicht immer sofort. Ein anderer zeigt dir den Fehler auf, nämlich derjenige, der dich dahin gebracht hat.

Der Markt.

Spätestens bei einem ordentlichen Verlust kommt man zurück auf den Boden. Vermeiden kann ich meine ab und an auftretende Gier nicht, aber etwas kontrollieren. Was mir wirklich hilft, ist immer die gleiche Positionsgröße von 3 bis 5 Kontrakten, wenn ich die Erhöhe muss es schon einen triftigen Grund geben.

Der Tradingfehler ist wahrscheinlich am gefährlichsten!

Update 2018:

Diese Schwäche habe ich bei mir im Prinzip ausgeschaltet, aber nicht, weil ich so ein toller Hecht bin. Es liegt an den „kleinen“ Positionsgrößen, welche ich pro Trade einsetze. Ich habe mich daran gewöhnt nur wenig mitzunehmen. Klar hätte ich gerne mehr, nur weiß ich, was mich erwarten würde. Damit ich im Spiel bleiben kann, habe ich meine Gewinn-Erwartungen einfach heruntergeschraubt. Die 3 bis 5 Minikontrakte sind es zwar nicht mehr, aber das Verhältnis zum Kapital bleibt. Ein guter Wert sind 0,05 – 0,10 Prozent vom Kapital. Bei 10.000 EUR, also 5 bis 10 EUR pro Punkt.

 

 

1 Antwort
  1. Karl-Werner Gerstner sagte:

    Ja, das hast Du sehr treffend geschrieben. Genau das betrifft den Daytrader. Ich fühle mich wirklich angesprochen!
    Aaaaach dachte ich, ich habe ja 10000 auf dem Demokonto. Ich versuche es mal mit hundert, wird schon weiter so gut laufen.
    Du schreibst genau wie es ist, Lars.

    Ich habe mit den Indikatoren die ich verwende eigentlich 90% treffergenauigkeit. Wenn ich es richtig konzentriert angehe, auf die Indikatoren achte, können es hundert sein. Damit meine ich mit wenig verlust, größt möglichem Gewinn.
    Aber ganz ehrlich….. ich traue mich seit dem nicht mehr zu traden. Einen Trade habe ich die Tage noch Gewinn gemacht, aber da war diese entsätzliche Angst.

    Liebe Grüße
    Karl

    Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.